In der Getreidegasse 9
Mozarts Geburtshaus: Ein Rundgang durch alle Stockwerke
Was in den drei Etagen des Hauses, in dem Mozart geboren wurde, tatsächlich ausgestellt ist – Raum für Raum, damit Sie wissen, worauf Sie blicken.
Die geführte Salzburg-Tour entdecken ↗Drittes Stockwerk: Die Wohnung, in der die Mozarts wirklich lebten
Der Rundgang beginnt im dritten Stock, in der bescheidenen Mietwohnung, die Leopold Mozart 1747 bezog: eine Küche, eine kleine Kammer, ein Wohnzimmer, ein Schlafzimmer und ein Arbeitszimmer. Die Küche liegt abgetrennt von den Wohnräumen, damit Rauch und Brandgefahr fern vom Familienleben blieben. Ein Stammbaum im Flur zeichnet die Linie der Mozarts nach – ein nüchterner Hinweis darauf, wie viele der sieben Kinder von Leopold und Anna Maria im Säuglingsalter starben. In der Kammer liegt ein wahrhaft bewegendes Stück: Leopolds Brief an seinen Verleger, in dem er die Geburt Wolfgangs am 27. Januar 1756 verkündet. Dies ist der raumweise Beginn des eigenen Rundgangs des Museums, keine Rekonstruktion an anderer Stelle im Gebäude.
Schlafzimmer und Arbeitszimmer: Die Violine und das ehrlichste Porträt
Das Schlafzimmer birgt persönliche Gegenstände – Mozarts Ring, eine Tabakdose, Knöpfe, eine Brieftasche, sogar eine Haarlocke – doch das Herzstück ist seine Kindheitsvioline, um 1746 vom Salzburger Geigenbauer Andreas Ferdinand Mayr gefertigt, in etwa Viertel- bis Halbgröße, damit sie in kleine Kinderhände passt. Im angrenzenden Arbeitszimmer säumen Familienporträts die Wände; achten Sie auf die Silberstiftzeichnung von Dorothea Stock, die allgemein als das treueste Abbild Mozarts gilt, weil sie nicht für einen Auftraggeber geschönt oder idealisiert wurde. Sie zeigt ihn mit 33, etwa zweieinhalb Jahre vor seinem Tod, schlicht wiedergegeben statt als Hofkomponist posierend – eine nützliche Korrektur, falls Sie von Mozart nur das Klischee mit gepuderter Perücke und engelhaftem Kindergesicht kennen.
Ausstellungsräume im dritten Stock: Wien, Niedergang und Vermächtnis
Hinter den Familienräumen widmet sich eine weitere Abfolge von Ausstellungsräumen Mozarts späteren Wiener Jahren. Ein Vorzimmer stimmt mit einem großen Panorama des Wien des 18. Jahrhunderts ein. Der nächste Raum, der sein Leben als arbeitender Komponist, Lehrer und Interpret beleuchtet, zeigt einen Brief an seine Schwester Nannerl, in dem er einen so vollen Terminkalender beschreibt, dass er oft nur fünf Stunden Schlaf fand. Ein Raum über die Zeit nach seinem Tod zeigt Porträts seiner beiden überlebenden Söhne und von Nannerl; ein weiterer Raum, der sich damit befasst, wie sein Ruf nach 1791 aufgebaut wurde, zeigt seltene Fotografien seiner Witwe Constanze und seines Sohnes Carl Thomas sowie Material zur 1880 gegründeten Internationalen Stiftung Mozarteum.
Zweites Stockwerk: Mozart und das Theater
Das zweite Stockwerk widmet sich der Oper. Sein Herzstück ist das bekannte unvollendete Porträt Mozarts am Klavier von 1789, gemalt von seinem Schwager Joseph Lange – nur Kopf, Schultern und Hände sind wirklich ausgearbeitet, der Rest der Leinwand blieb leer, und Versuche des 19. Jahrhunderts, es zu vollenden, wurden aufgegeben. Im selben Raum steht ein Originalinstrument, Mozarts Clavichord, an dem er nachweislich Teile der Zauberflöte komponiert hat. Darum herum liegen Theaterzettel von Uraufführungen der Mozart-Opern und Kostümentwürfe für die Erstinszenierung der Zauberflöte – ein greifbarer Eindruck davon, wie diese Werke tatsächlich auf die Bühne kamen, statt nur als Partituren auf dem Papier zu existieren.
Zweites Stockwerk, Fortsetzung: Sänger, Bühnenbilder und Inszenierungskunst
Weitere Räume im zweiten Stock führen vom Komponisten zu den Aufführungen selbst. Ein Raum widmet sich den Sängern, die seine großen Rollen kreierten, und dem Publikum, das sie empfing – mit Porträts und Modellen früher Bühnenbilder; eine bemerkenswerte Ausstellung zeigt eine Weimarer Inszenierung der Zauberflöte von 1816 mit Bühnenbildern des Architekten Karl Friedrich Schinkel. Ein letzter Theaterraum greift auf die eigene Bühnenbild-Sammlung der Stiftung Mozarteum zurück und zeigt, wie Inszenierungen von Mozarts Opern vom 19. bis ins 21. Jahrhundert gestaltet wurden – physische Modelle gemischt mit digitalisierten Skizzen. Nützlich, wenn Sie eine dieser Opern gesehen haben und die visuelle Geschichte hinter den Regieentscheidungen verstehen möchten.
Erste Etage: Alltag, Reisen und das Hammerklavier
Die erste Etage rückt den Alltag des 18. Jahrhunderts in den Fokus – fernab von Mozart dem Komponisten. Ein Raum zeichnet seine Jahre auf Reisen nach: mit einer Wandkarte seiner wichtigsten Stationen, seiner Reise-Teekiste und Zuckerdose sowie Schmuckstücken, die ihm unterwegs geschenkt wurden. Ein zweiter Raum widmet sich dem Alltagsleben in Salzburg – von den Spielkarten, die Leopold selbst bemalte, bis zum Aderlass-Skarifikator, dem damals üblichen medizinischen Instrument. Den Abschluss bildet ein rekonstruiertes bürgerliches Wohnzimmer mit originalen Möbeln der Familie Hagenauer und einem Hammerklavier von Anton Walter aus der Zeit um 1790 – genau jener Instrumententyp, den Mozart selbst schätzte und auf dem er in seinem letzten Lebensjahrzehnt in Wien spielte.